Das Elektrohandwerk – Die Planer der Zukunft

Thomas Carle kennt Deine Lösung. Nutze Deine Lösung für Dein Problem.

Future Job – Das Elektrohandwerk

Die Planung wird das Fundament der Zukunft.

Auf ihrer Qualität wird (Noch weit mehr als heute) der Erfolg eines Projektes entschieden.

 

 

Bereits in meinem letzten Artikel habe ich einen kurzen Einblick gegeben, wie sich in Zukunft das Gesicht unserer Arbeitswelt im Elektrohandwerk und den angrenzenden Bereichen verändern wird. Zuerst langsam und schleichend und nur von denen wahrnehmbar, die aktiv an dieser Umsetzung arbeiten. Innerhalb der nächsten 3 , 5 und 10 Jahre beschleunigt sich dieser Prozess immer weiter. Bis er am Ende alle hinter sich zurück lässt, die sich nicht anpassen wollen oder können.

Je mehr Einzelteile und Komponenten eines Neubaus dabei nach und nach von 3D-Druckern direkt montagefertig produziert werden, desto mehr wird sich der tatsächliche Aufwand vom Monteur vor Ort, hin zum Planer der Druckschablonen entwickeln.

Bedenke die nachfolgenden Faktoren, die diese Entwicklung unaufhaltsam gestalten:

1. Eine einmal erstellte Schablone kann immer wieder in verschiedene neue Gebäude eingebunden werden und ist reproduzierbar.
2. Die wachsende Zahl dieser Komponentenschablonen führt automatisch zu einem wachsenden Kontingent an Modulen, die in neuen Planungen zu individuellen Gebäuden zusammengefügt werden können.
3. Je mehr dieser Schablonen geplant und verfügbar sind, desto geringer werden der Aufwand und die Kosten für neue Häuserplanungen.
4. Fertige Schablonen können vollautomatisiert im 3D-Druck verfahren ausgedruckt werden. Die Kosten für fertige Häuser werden sich dadurch ebenfalls entsprechend senken.
5. Jedes dieser kostengünstig hergestellten Häuser lässt sich als individuelles Heim, Büro oder Großgewerbeobjekt planen und herstellen. Die Kosten richten sich künftig mehr nach der Anzahl der verwendeten Komponenten, als nach der Arbeitszeit für den eigentlichen Aufbau.

Was können diese Schablonen künftig bereits fertig in sich vereinen?

Eine Schablone enthält zum Beispiel ein komplettes Wandbauteil mit allen bereits eingebauten Komponenten:

1. Leiterbahnen zur Versorgung der Wand mit Stromleitern, Telefonleitungen, Netzwerkverbindungen, Steuerungen für die Gebäudetechnik.
a. Alles, was heute noch mit separaten Leitungen von A nach B gezogen und versorgt werden muss, wird künftig bereits in die einzelnen Wandsegmente eingedruckt werden.
b. Neue Standards innerhalb der Module sorgen dafür, dass jede Leiterbahn einen festen Verbindungspunkt von Segment zu Segment erhält, optimal gegen Außeneinflüsse isoliert ist und nahezu jeden Leitungszug bei einem neu gebauten Gebäude überflüssig macht.
2. Standardisierte Anschlusspunkte, in denen das gewünschte Steckdosendesign einfach eingesteckt werden und in Betrieb genommen werden kann.
a. Auch heutige Steckdosen und Schalterprogramme lassen sich bereits ohne Probleme untereinander tauschen.
b. So wie heutige Leitungen in jedes andere Modell angeschlossen werden können, ermöglicht die Einführung fertig eingedruckter Anschlusspunkte eine deutliche Vereinfachung der Endmontage durch den Inbetriebnahmetechniker.
c. Im selben Maße dieser Vereinfachung wird der Arbeitsaufwand für den reinen Monteur vor Ort abnehmen. Techniker, die diese neuen Komponenten neben der Montage auch programmieren und den richtigen Funktionen zuweisen können, werden dagegen mehr und mehr gefordert werden. (Mit diesem Thema befasse ich mich ein andermal näher.)
3. Neben Steckdosen, werden auch Schalter, Bedienelemente, Steuerelemente aller möglichen Funktionen auf standardisierte Steckplätze aufgesteckt werden.
a. Diese Steckplätze werden inklusive der zugehörigen Datenleiter bereits fertig in die einzelnen Wandsegmente eingedruckt und über alle Segmente hinweg mit den zentralen und dezentralen Verteilern verbunden werden.
b. Bereits heute lassen sich alle Funktionen von Gebäuden über einheitliche EIB-Datenbussysteme steuern. So kann ein einzelner Schaltpunkt im Raum sämtliche gewünschten Geräte und Gerätegruppen ansteuern und bedienen. Einheitliche Leiter und Stecksysteme werden die Inbetriebnahme dieser intelligenten Steuersysteme weiter vereinfachen und die Kosten für die Installation deutlich senken.
4. Sicherheitssysteme werden künftig an den vorgesehenen Positionen ebenfalls einen fertigen Steckplatz für die gewünschte Komponente vorfinden und lassen sich einfach installieren.
a. Es wird, je nach Hersteller, weiterhin zwischen den Leiterbahnen für Bewegungsmelder, Bedienfelder, Kartenleser und sonstiger Aktivkomponenten unterschieden werden.
b. Am Ende werden diese Busleiterbahnen aber alle bereits fest in die Wandsegmente eingebaut und über alle erforderlichen Segmente hinweg bis zur Zentraleneinheit verbunden werden.
c. Magnetkontakte, Glasbruchmelder, Riegelkontakte, Sperrelemente und sonstige Einbauelemente in Fenster und Türen werden künftig noch mehr bereits in den Rahmen und Bauteilen vormontiert und über standardisierte Anschlüsse mit dem Rahmen des Wandsegments verbunden. (Anstatt wie bislang oft üblich, einfach aus dem Rahmen herausgelassen und aufwändig zu einem Modul in der Zwischendecke verlegt.
d. An Stellen, an denen eine Alarmanlage oder Brandmelder nachträglich eingebaut werden müssen, wird sich die Funktechnologie in den nächsten Jahren mehr und mehr durchsetzen. Auch mit diesem Thema werde ich mich in einer anderen Abhandlung näher auseinandersetzen.

Generell lässt sich sagen, dass alles, was heute nach dem Aufbau der Häuser (Inklusive der heutigen Fertigbauhäuser) noch von den Handwerkern vor Ort verkabelt und eingebaut werden muss, künftig in standardisierten Leiter- und Anschlusssystemen bereits mit in die einzelnen Wandbauteile eingebaut ist. Die Endkomponenten werden sich dann im Plug und Play Verfahren beliebig auswechseln und anpassen lassen.

 

Die Bedeutung der Planung in dieser Entwicklung

Es ist klar, dass die Planung bereits vor Beginn eines Projektes immer wichtiger werden wird, je mehr Komponenten bereits automatisiert (Z.B. durch 3D-Druck) in die Einzelbauteile eines neuen Hauses eingebaut werden.
Die selben Bauteile werden natürlich auch im Innenausbau und Umbau von Büroflächen und Gewerbeflächen Verwendung finden. Es werden Schnittstellen entwickelt werden, mit denen diese neuen Fertigwände an bestehende Gebäudeinstallationen angeschlossen werden. Ebenso wie eine Stromleitung an eine Steckdose angeschlossen werden kann, lässt sich die Leitung auch an entsprechende Anschlüsse an einem fertigen Wandsegment anklemmen.

Die Herausforderung für die Planung der Zukunft wird mehr und mehr dahin gehen, dass neue Gebäudeplanungen nicht mehr nur die Position der Lampen, Steckdosen, Datenanschlüsse, Schalter und sonstiger elektrischer Endpunkte beinhalten.

Bereits heute wird für ein Projekt ein Strangschema erstellt, das die Leitungen zwischen allen Komponenten aufzeigt und die Verbindung zwischen jedem Schalter, jeder Lampe, Steckdose oder Datendose als Planschema darstellt.

In der künftigen Planung werden sich diese Pläne mehr und mehr von den klassischen 2D Zeichnungen zur 3 Dimensionalen Darstellung des neuen Gebäudes, und jedes einzelnen verbauten Wandsegments entwickeln.

Im selben Maße, werden diese Pläne künftig auch alle Leiterbahnen beinhalten. Mit ihren festen Verläufen durch eben diese Wandbauteile, bis hin zu den Verteilern für Daten, Strom und sonstigen Steuerungen. Jeder Plan wird also mehr und mehr zu einem exakten Abbild dessen, was im 3D Drucker künftig als automatischer Prozess hergestellt wird.

Für die Inbetriebnahmetechniker vor Ort werden sich die Arbeitsunterlagen weniger verändern. Mehr und mehr werden natürlich zu den 2D Plänen, für die Übersicht vor Ort, noch die Anweisungen und Informationen kommen, wie die einzelnen Komponenten programmiert und miteinander verbunden werden.

Mit der Zeit werden diese Planungssysteme mehr und mehr dazu übergehen, die einzelnen Leiterbahnen über künstlich intelligente Systeme vollkommen selbstständig zu planen und zu verteilen.

Dabei werden diese K.I. Systeme natürlich alle relevanten Vorschriften und Richtlinien beachten. Auch die Richtlinien, die aufgrund dieser Entwicklung natürlich an die neuen technischen Möglichkeiten angepasst und erweitert werden.

Die Zunahme der K.I. in den Planungssystemen, wird den Planern ermöglichen, auch komplexe Gebäude und die zugehörigen Systeme zu erstellen und als fertige Schablonen für die Produktion zu kreieren.

Im Selben Maße werden die Planer mehr und mehr zu den kreativen Köpfen, die sich mehr um die Designgestaltung der Wandsegmente und Räume kümmern (Nach den Angaben der Architekten).

Die rein technische Planung wird mit der Zeit und mit der zunehmenden Leistungsfähigkeit der Planungssysteme immer mehr auf die K.I. dieser Softwaresysteme übergehen.

Die Planer der Zukunft müssen in der Lage sein, die Planung dieser K.I. Software auf Fehler zu überprüfen und die einwandfreie Qualität der Planungen im Blick zu behalten. Insbesondere bei der zunehmenden Mehrfachverwendung der immer gleichen Wandsegmente zu immer neuen kreativen Wunschlösungen und individuellen Häusern.

Einmal in eine solche Schablone eingebaute Schwachstellen durch Planungsfehler führen sonst zu Gefahrenstellen in ganzen Häuserflotten, in denen diese fehlerhafte Komponente immer wieder verbaut wurde.

Auch bei einer maximal optimierten Automatisierung bleibt die Verantwortung letzten Endes immer beim Menschen. Am Ende einer jeden Planung, sei sie nun von einem Mensch direkt, oder einer K.I. entwickelt, muss immer der kontrollierende Blick eines Menschen stehen, der diese Planung freigibt.

Lasst uns die Planung der Zukunft gestalten.

LG Thomas