Social proove in Action: Sag deutlich, welche Hilfe Du brauchst

Thomas Carle kennt Deine Lösung. Nutze Deine Lösung für Dein Problem.

 Menschen helfen, wenn sie eine Notsituation klar als Solche erkennen

Immer wieder siehst Du, in den verschiedensten Medien, Berichte über Fälle, in denen Menschen an einem hilflosen Menschen in einer objektiv klaren Notsituation einfach vorbei gehen. Menschen versammeln sich um einen Unfallort und keiner hilft. Für mich stellt sich hierbei immer eine konkrete Frage:

Was kann ich in einer solchen Situation machen, um Hilfe zu bekommen?

Zunächst einmal möchte ich an dieser Stelle klären, weshalb ich die Menschen in unseren Städten dennoch als hilfsbereit betrachte und mich damit gegen die verbreitete Meinung „der kalten Menschen“ ausspreche.

Die Ursache liegt in einem Phänomen, welches in der Psychologie als „Pluralistische Ignoranz“ durchaus bekannt ist. Leider finde ich die Erklärung zu diesem Thema auf Wikipedia etwas trocken und schwer verständlich. Für Dich habe ich meinen fiktiven Freund, „Dr. F.“ gebeten, die wesentlichen Punkte etwas anschaulicher zusammenzufassen und anschließend werde ich Dir ein paar einfache Regeln und Handlungsempfehlungen geben, wie Du zu Hilfe kommst, wenn Du in Not bist und alle um Dich herum nur zusehen.

Bitte erklär mir und meinen Lesern das Problem mit der Pluralistischen Ignoranz Doc.

„Dr. F.: Das Kernproblem ist einfach zu verstehen. Befindest Du Dich in einer Situation umgeben von vielen fremden Menschen, richtest Du Deine Bewertungen dieser Situation an dem Verhalten der Menschen in Deiner Umgebung aus.

  1. Zeigt niemand Anstalten von Panik, schließt Du unterbewusst daraus, dass keine echte Gefahrensituation besteht.
  2. Greift niemand sichtbar ein, sagt das Deinem Unterbewusstsein, dass vermutlich gar kein Eingreifen erforderlich ist.
    1. Jemand anderer hat sicher schon Hilfe gerufen, also kümmerst Du Dich nicht darum. 

Das Problem an diesem Effekt ist, dass er Dich genauso in seinen Bann zieht, wie jeden anderen um Dich herum. Bei den Menschen um Dich herum läuft der selbe, unterbewusste Prozess ab. Die komplette Menschenmenge verharrt in Regungslosigkeit und in dem Gefühl dass direkte soziale Umgebung beweist, dass kein Eingreifen erforderlich ist. Eines der gefährlichsten Phänomene im Bereich „Social Proove“. Jedenfalls für Dich als Betroffene/n in einer Gefahrensituation.“

Danke Doc, für diese anschauliche Zusammenfassung. Falls Du noch weitere konkrete Fragen zu diesem Thema hast, schreib mir einfach einen Kommentar oder eine Email.

Das Video zeigt dieses Phänomen mit einem anschaulichen, wenn auch harmlosen Beispiel. Obwohl sich jeder Fahrgast deutlich gestört fühlt, unternimmt niemand etwas. Jeder sieht, dass alle anderen die Situation ignorieren und ignoriert die Belästigung ebenfalls. Anschließend zeige ich Dir konkrete Schritte, wie Du Menschen dazu bringst, Dir zu helfen.

Brauchst Du Hilfe, agiere direkt und konsequent.

Zunächst nochmal die Kernprobleme, die das Zögern innerhalb einer Menschenmenge auslösen und verstärken.

  1. Die Gefahrensituation / Notlage ist nicht eindeutig als Solche erkennbar
  2. Niemand fühlt sich verantwortlich, ein/e Andere/r wird schon helfen
  3. Niemand in der Menschenmenge reagiert und so verstärkt sich das Zögern immer mehr

Du bist in einer Gefahrensitutation oder akuten Notlage, dann handle direkt.

  1. Zeige auf die nächste Person und ordne an:
    1. „Du mit dem Gelben T-Shirt, ich brauche Hilfe. Wähl 110 und ruf die Polizei! Los.“
    2. „Du mit der grünen Bluse, ich brauche Hilfe. Wähl 112 und ruf den Krankenwagen! Schnell.“
    3. „Du und Du… herkommen! Ich brauche Eure Hilfe. Jetzt.“

Die Regeln in einer solchen Situation sind einfach:

  1. Du nimmst eine konkrete Person in die sofortige Verantwortung
  2. Du bezeichnest die Situation als eindeutige Notlage
  3. Du klärst auf, um was für einen Notfall es sich handelt und wen Du brauchst
    1. Bei akuten medizinischen Notfällen direkt den Krankenwagen.
    2. Bei allgemeiner Gefahr, die Polizei.
  4. Du nennst die jeweilige Nummer, um den Vorgang zu beschleunigen. Wenn Du die Nummer nicht mehr nennen kannst, genügt der jeweilige Hinweis auf Polizei und Rettungsdienst.
  5. Du setzt ein direktes Kommando hinterher, um ein mögliches Zögern in der Denkroutine des Angesprochenen zu verhindern.
    1. Los
    2. Jetzt
    3. Schnell

Du handelst in einer unklaren Situation

Kommst Du als Unbeteiligter an eine Gefahren / Notfallstelle und siehst keinerlei Hilfsmaßnahmen, beginne sofort zu handeln und verschaffe Dir einen Überblick. Lieber schenkst Du ein paar Augenblicke und stellst fest, dass es keine Gefahr gibt, als Dich in den Strudel der Menschenmenge ziehen zu lassen.

Erkennst Du eine Situation als potentielle Gefahren- / Notlage… Nimm den nächsten Passanten um Dich herum in die Verantwortung und lasse ihn die Polizei / Rettungsdienste rufen.

Die Regeln kennst Du nun. Hoffe mit mir, dass Du sie niemals brauchen wirst und setze sie ein, wann immer Du selbst, oder ein Mensch um Dich herum in Gefahr/Not ist. Danke dass Du mir hilfst, die Welt um eine Lösung reicher zu machen, die uns alle betreffen kann und hilft.

Liebe Grüße, Thomas

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